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Bündnis für Menschenwürde und Arbeit

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Altersarmut – Schatten der Wohlstandsgesellschaft

„Konferenz zur Altersarmut“

Unser Bündnis veranstaltete am 16.4.16 eine „Konferenz zur Altersarmut“ im Volksverein Mönchengladbach.
Etwa 40 TeilnehmerInnen trafen sich am Samstagmorgen, um sich intensiv über das Problem der Altersarmut auszutauschen, informiert zu werden und über Lösungswege nachzudenken.
In der ersten Phase wurden mittels Interviews und Plakatvorstellungen Erfahrungen und Sichtweisen von Arbeitslosen, Rentnerinnen und jungen Menschen verdeutlicht.
Gerade für die heute Jungen scheint das Thema weit weg, sie sind aber in Zukunft bei weiterer Absenkung des Rentenniveaus besonders betroffen. Die Beiträge zeigten, dass es durchaus junge Leute gibt, die bereit sind, sich dem Problem zunehmende Altersarmut zu stellen und die Folgen für ihr eigenes Leben ernsthaft in den Blick zu nehmen. Dabei helfen die harten Erfahrungen der heute bereits Betroffenen, was häufig arbeitslose Menschen und Frauen sind. Hier kommt ein Knäuel von Problemen zustande: große finanzielle Schwierigkeiten, Scham wegen der als unwürdig empfundenen Lebenslage, Angst vor Ämtern u.a.m.

Schlaglicht: 40 Jahre Vollzeitarbeit zum Mindestlohn ergeben eine Rente von ca. 490€ !
In einer zweiten Phase erläuterte Frau Jutta Schmitz vom Institut „Arbeit und Qualifikation“ der Uni Duisburg/Essen welche politischen Entscheidungen der letzten ca. 15 Jahre die Altersarmut in Deutschland verschärft haben. Drei Daten ragen besonders heraus:
- 2001 Riesterrente – Paradigmenwechsel von der Sicherung des Lebensstandard zur Sicherung der Beitragsstabilität (zur Entlastung der Unternehmen)
- 2005 Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors (Rente im Verhältnis zur Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung)
- 2008 Rente bis 67
Ein weiterer wichtiger Grund für – vor allem künftige – Altersarmut ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt – d.h. immer mehr unterbrochene Erwerbsbiographien, Langzeitarbeitslosigkeit und stark gewachsener Niedriglohnsektor.
Fazit: Die gesetzliche Rente ist geschwächt, Betriebsrenten und Riesterrente können das nicht auffangen! Die Schere zwischen arm und reich wird auch bei den RentnerInnen immer größer.
In einer dritten und letzten Phase diskutierten die TeilnehmerInnen Möglichkeiten, der Altersarmut wirkungsvoll zu begegnen. Es gab zahlreiche Vorschläge wie z.B. Eindämmung prekärer und schlecht bezahlter Arbeit, Stärkung der gesetzlichen Rente(anstatt wie jetzt private Vorsorge zu sponsern), steuermitfinanzierte Rente (etwa für die sog. Mütterrente), Einführung einer Mindestrente, ganz wichtig die Einbeziehung aller Einkunftsarten und Einkommen in die Rentenfinanzierung, keine weitere Absenkung des Rentenniveaus.
Das „Bündnis für Menschenwürde und Arbeit“ wird als Konsequenz dieser Veranstaltung eine öffentliche Erklärung zur Frage der Altersarmut formulieren.
Weitere Infos unter: www.sozialpolitik-aktuell.de (Alter & Altersicherung)

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Foto: Bündnisratsmitglieder

Zitat (2)

"Ein Grundeinkommen macht genauso wenig faul, wie Erwerbsarbeit grundsätzlich fleißig macht. Der Mensch ist ein tätiges Wesen."

 

Theo Wehner von der ETH Zürich gegenüber der "Zeit" im Dezember 2011

www.zeit.de

Pressesplitter

So wird die Arbeitslosenstatistik geschönt

 
Logo WDR
 
(...) „Und tatsächlich gibt es neben der bekannten Zahl der Arbeitslosen noch einen weiteren Wert, der in den Statistiken auftaucht: die Unterbeschäftigung. Sie liegt in NRW aktuell bei 913.727 Personen. Gegenüber den rund 664.000 Arbeitslosen erweckt diese Zahl einen ganz anderen Eindruck. (...)
29.04.2018

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